Montag, 23. April 2012

Die Geschichte der Handmühle

Es gibt sie meist nur noch in Museen, im Antiquitätsladen oder zu Hause in den Regalen: die Handgetreidemühle. Auch wenn heutzutage fast alles elektronisch und in großen Mengen gemahlen wird, ist die Handmühle dennoch ein Klassiker. Die heutige Mühle hat einen langen Weg hinter sich gebracht:
Ca. 4500 v. Chr. begann der erste Ackerbau, somit auch die erste Mahlung. In einem steinernen oder hölzernen Gefäß wurden die Getreidekörner zerschlagen, bzw. mit einer Art Mörser zerkleinert. Doch die neue Erfindung der Jungsteinzeit, der Reibstein mit der Reibplatte, löste den Mörser von seiner Verwendung nicht ab. Beide Verfahren liefen lange nebeneinander her. Die einfachste Art davon wurde aus einer breiten Reibeplatte, auf die das Getreide gestreut wurde, und dem üblichen Reibstein, der von Hand hin und her geschoben wurde, gemacht. In der Eisenzeit, genauer in der frühen La-Tène-Zeit wurden sog. Napoleons-hüte gebraucht. Hand gefertigt wurden diese aus Eifeler Basaltlava, welche seit der mittleren La-Tène-Zeit in Mitteleuropa als Handmühle bezeichnet wurden.
Sogar in der Bibel wurde eine Handgetreidemühle als sehr wichtig beschrieben wie hier: 5. Mose 24,6: "Man soll nicht Mühle noch Mühlstein pfänden; denn wer das tut, pfändet das Leben."
Bis heute wurden Mühlen immer und immer wieder umgebaut, verbessert und neue Prinzipien entwickelt. Schließlich gibt es die Scheiben- bzw. Flachmühlen. Das Prinzip ist leicht zu verstehen, denn es sind zwei gleich große Mahlscheiben mit einer Verzahnung, die gegeneinander rotieren. Leider verschleißen diese sehr schnell und ist daher nicht sehr gut für größere Mengen geeignet. Eine weitere Art der Handgetreidemühle ist die Kegelmühle, welches ein kegelstumpfförmiges Mahlwerk besitzt. Die gemahlenen Getreidekörner fallen in einen Auffangbehälter. Bei etwa 60 Kurbeldrehungen die Minute wird das Getreide nicht sehr stark erhitzt und erleidet somit keinen allzu großen Aromaverlust.

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